6/28/2016

Annika im Laserland - Teil I


Ich habs getan. Ich bereue es nicht. Ich hoffe, ihr habt Sitzfleisch mitgebracht, denn ich werde euch alles haarklein schildern. „Annika im Laserland oder: wie ich meine Brille zu Grabe trug“. Heute: Teil I – Warum ich meine Brille loswerden wollte und was vor der eigentlichen Behandlung geschah.


Warum?

Starten wir doch mit den Basics: Warum? Warum lasse ich mir die Augen lasern, wenn mir doch eine Brille so gut steht (Aussage basierend auf Ausrufen mehrerer Freunde, dicht gefolgt von „Ihhhh!“, nachdem ich die Prozedur beschrieb.)?

Es gibt einen praktischen und einen grundsätzlichen Grund. Praktisch nervt das Teil tierisch. Wenn es regnet sehe ich nichts. Wenn es draußen kalt ist und ich ins Warme trete, sehe ich nichts. Ich schiebe sie gefühlte 8.306 Mal am Tag den Nasenrücken nach oben, weil sie rutscht. Beim Knutschen kann es vorkommen, dass ich damit das Gesicht meines Gegenübers beschädige.

Schon mal mit Brille im Schwimmbad gewesen? Oder im Meer? Oder eben: ohne Brille? An dieser Stelle entschuldige ich mich bei all den Menschen, die ich umgeschwommen oder ganz einfach als blinder Maulwurf nicht erkannt habe. Und wenn ich jetzt durch ein Portal in die Vergangenheit reise und meine Brille nicht benutzen darf, weil die Wikinger sonst merken, dass ich nicht aus ihrer Zeit stamme? Will ich meine Zeit bei Erik dem Roten wirklich blind verbringen? 
Peanuts, sicherlich. First world problems (außer dem Erik-Argument. Wie bitte will ich ohne Brille vernünftig brandschatzen? Das geht doch gar nicht!). Deshalb lautet der grundsätzliche, der vordergründige Grund: Ich hasse es, wenn ich mich zu etwas gezwungen fühle. Und meine schlechte Sehstärke zwang mich eben zu einer Brille. Stellt euch vor, jemand schreibt euch vor, bis an euer Lebensende nur die eine Jeans tragen zu müssen, die euch zwar hervorragend passt und die ihr auch wirklich schön findet, aber… Genau.

Wenn ich einmal einen Entschluss gefasst habe, ziehe ich den auch durch. Also nicht lang schnacken und einen Termin bei meinem örtlichen Care-Vision Center gemacht. Warum gerade dort? Auf Empfehlung. Ja, vielleicht hätte ich wochenlang Erkundigungen einholen sollen und Preise und Methoden vergleichen… aber wie gesagt: wenn ich einmal einen Entschluss gefasst habe… 





Die erste Voruntersuchung

Beim ersten Termin stellt vor Ort ein netter Optiker fest, ob die grundsätzlichen Voraussetzungen stimmen, also ob die Augen überhaupt für eine Laserbehandlung geeignet sind. Wenn das Auge nämlich beschädigt ist, dann aus der Traum.

Kennt ihr, wenn ihr eine Brille tragt: Sehtest und Ausmessen der Augenwerte, wie beim Optiker eures Vertrauens auch.

Außerdem prüft er nach, welche Behandlungsmethode angewendet werden kann. Ich hatte Glück: meine Augen waren total in Ordnung und weil ich nur eine minimale Hornhautverkrümmung habe, kam LASIK für mich in Frage (was ich insgeheim gehofft hatte). Aber dazu später. An dieser Stelle sei nur gesagt: Selbst wenn ihr eine komplizierte Hornhautverkrümmung habt, kommt ihr vielleicht immer noch für das LASEK Verfahren in Betracht, also nicht verzagen, erst mal hingehen und beraten lassen. Kostet nämlich nix.

Meine Dioptrinzahlen betrugen übrigens -2,75 und -3. Übersetzung: für eine Blindschleiche noch ganz ordentlich, aber ohne Brille erkannte ich keine Person, die mehr als zwei Armlängen von mir entfernt gestanden hat.

Am Ende kriegt ihr einen dicken Papierbogen in die Hand gedrückt, auf dem alle Antworten zu euren offenen Fragen stehen, die ihr eventuell haben könntet. Aber was drauf steht erklärt euch der Optiker vorher auch noch mal im Detail. Lesen müsst ihr den Katalog trotzdem, das hat rechtliche Gründe, denn am Ende müsst ihr den unterzeichnen, damit alles seine Richtigkeit hat. Außerdem könnt ihr darauf noch lustig mehrere Fragen zu eurer Krankheitsgeschichte beantworten, damit der Onkel Doktor auch wirklich nichts übersieht. 

Die zweite Voruntersuchung

Kostet dieses Mal was. 35 Euro. Geht. Jetzt darf ein richtiger Augenarzt ran. Der leuchtet (buchstäblich) alles aus, was der Optiker auch schon überprüft hat und misst noch ein bisschen genauer nach. Vor dieser Untersuchung tropft euch ein netter Mitarbeiter leicht brennende Augentropfen ins – wer hätte es gedacht! – Auge, zweimal. Dadurch weiten sich die Pupillen und der Augenarzt kann besser reinschauen. Danach ist es mit der Schärfe in der Nähe Essig, also Autofahren ist erst mal nicht, jedenfalls nicht in den nächsten paar Stunden. So um die zwei Stunden später pendelt sich das aber wieder ein.

Wenn ihr wissen wollt, wie die Behandlung abgelaufen ist und was in meinen Augen (kleiner Scherz am Rande!) dafür und dagegen spricht – in ein paar Tagen folgt Teil II von „Annika im Laserland“. 

An dieser Stelle möchte ich jedoch schon einmal sagen, dass ich im vorliegenden Text nur meine Erfahrungen geschildert habe/noch schilden werde. Wenn ihr erwägt, euch unter den Laser zu legen, dann seid euch der Risiken bewusst und trefft die Entscheidung nicht leichtfertig. Denn es KANN auch schief gehen und mit einem operativen Eingriff sind immer Risiken verbunden, die euer gesamtes restliches Leben negativ beeinflussen können. Auch wenn ich relativ schnell zu meinem eigenen Entschluss gekommen bin, war ich mir doch jede Sekunde bewusst, dass es sich bei einer LASIK nicht um eine Maniküre handelt. Nicht umsonst muss man sehr lange studiert haben, um diese OP durchzuführen. Um Himmels Willen, liebe Muffinchens, brecht nichts über‘s Knie!

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